20. Februar 2016

Inspiration: Zero Waste - Wie ich Müll vermeide

Es gibt unendlich viele Blogs, Videos u.a. zum Thema Zero Waste. Ganz knapp zusammengefasst geht es darum (Verpackungs-) Müll komplett zu vermeiden. Meine Inspirationsquelle ist neben Lauren Singer auch Shia von Wastelandrebel.
Ich selbst lebe zwar nicht komplett ohne Verpackungen und Müll, aber wo möglich versuche ich meine Müllproduktion zu verringern. Das ist in vielen Bereichen einfacher als man denkt. Die Dinge, die ich selbst umsetze, stelle ich Euch hier mal vor (Nachahmung unbedingt erlaubt! ;-))

Als allererstes habe ich schon vor Jahren Plastiktüten aus meinem Leben verbannt. In jeder meiner Taschen und Rucksäcke habe ich einen Stoffbeutel (alternativ kann man seine Taschen auch mit Plastiktüten ausstatten, die sich im Haus angesammelt haben). So komme ich, selbst wenn ich nach der Uni spontan noch einkaufen gehe, nie in die Verlegenheit, eine Plastiktüte zu nehmen. 

Auch wenn in deutschen Haushalten jährlich rund 70 (!!) Mülltüten ansammeln, trägt die Plastiktüte insgesamt natürlich nicht viel zur Müllmenge bei. Sie ist jedoch das, was sich am einfachsten ersetzen lässt.

Wusstet Ihr übrigens, dass die Produktion von Papiertüten fast doppelt so viel Energie benötigt wie die Produktion einer Plastiktüte und Luft und Wasser deutlich mehr mit Schadstoffen belastet? Zudem gehen sie schneller kaputt, können also nicht so oft wiederverwendet werden.
Kompostierbares Bio-Plastik hört sich zwar gut an, hat aber in Summe auch keine bessere Ökobilanz als die normale Plastiktüte, weil es ebenfalls erstmal produziert werden muss. Und der beliebte Aufdruck "komplett recyclebar" ist im Endeffekt sowieso nur ein Märchen. Also führt am Ende kein Weg daran vorbei, Stoffbeutel zu benutzen, wenn man wirklich nachhaltig einkaufen möchte. Bevor jetzt jemand was sagt: Ja, auch Stoffbeutel müssen irgendwann einmal produziert werden. Aber schon nach 30 mal einkaufen ist eine Baumwolltasche "grüner" als Plastiktüten. Die Zahlen habe ich aus diesem interessanten Artikel entnommen.
Mit 13 oder 14 war es beim Shoppen mit Freundinnen immer ein kleiner Wettbewerb, wer am Ende die meisten und die schönsten Tüten hatte. Das kommt mir im Nachhinein so dumm vor. Grade wenn man weiß, dass man etwas kaufen wird, kann man doch seine eigenen Tüten oder Beutel mitbringen.

Selbst beim Bäcker lasse ich mir meine Brötchen immer in einen Stoffbeutel geben. Manchmal sind die VerkäuferInnen dann kurz verwirrt, aber ich habe noch nie erlebt, dass sich eine/r geweigert hat, die Backwaren reinzulegen.

Ein kleiner Tipp: Man muss immer deutlich darauf hinweisen, dass man keine Tüte möchte, selbst wenn der/die Verkäuferin sie schon in der Hand hält. ;-)


Meine Ausrüstung beim Einkauf.

Es ist doch eine echte Schande, dass Bio- und fairtrade-Gemüse immer extra eingepackt ist. Als Kundin steht man dann vor der Wahl: entweder Plastik, aber Bio und fairtrade, oder kein Plastik, aber unklare Produktionsbedingungen. Wenn möglich kaufen wir unser Obst und Gemüse deshalb auf dem Wochenmarkt. Die VerkäuferInnen können genaue Angaben darüber machen, wo die Sachen herkommen, das gibt mir immer ein gutes Gefühl. Und außerdem macht es so viel Spaß!
Auf dem Markt gibt es außerdem lose Eier, die man problemlos in mitgebrachte Eierpappen packen kann.
Außerdem kann man sich beim Marktbesuch sehr gut vor Augen führen, was grade überhaupt Saison hat. Auf größeren Märkten bekommt man natürlich auch Bananen und Co., aber mein lieblings-Marktstand verkauft nur regionale Produkte und eben auch nur das, was grade geerntet werden kann.

Der Käsestand ist leider nur alle zwei Wochen auf unserem Markt (und noch dazu verteufelt teuer), deshalb kaufen wir meistens an der Käsetheke. In beiden Fällen bringe ich meine eigenen Tupperdosen mit und lasse den Käse hineinlegen (der Liebste ist da etwas skeptisch).
Einige Supermärkte weigern sich beharrlich, die Ware in mitgebrachte Tupperdosen zu packen (Vorschriften und so). In einem solchen Fall kann man aber immerhin darauf achten, dass nicht alles doppelt und dreifach eingepackt wird (warum muss ein in Plastik eingewickeltes Stück Käse noch in eine Papiertüte gepackt werden?!).

Joghurt und Saft kaufen wir im Glas (Mehrweg), außerdem mache ich mir lieber einen  Thermosbecher mit Tee oder Kaffee zu Hause fertig, statt unterwegs coffee to go zu kaufen. Diese Wegwerf-Kaffeebecher sind nämlich das Schlimmste! "Coffee to go-Becher sind ein wahrer Fluch für die Umwelt. In Deutschland werden pro Jahr 2,8 Milliarden von ihnen verbraucht. Für ihre Herstellung sind 64.000 Tonnen Holz, 1,5 Milliarden Liter Wasser, 11.000 Tonnen Kunststoff und eine Energiemenge notwendig, mit der sich eine Kleinstadt ein Jahr lang versorgen ließe." (Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe e.V.). Die DUH setzt sich übrigens dafür ein, dass Kaffeehäuser Mehrwegbechersysteme anbieten, d.h. dass sie ihren Kaffee z.B. in die selsbtmitgebrachten Kaffeebecher der KundInnen ausschenken. Das wäre doch mal ein Anfang.

Ein bekanntes Bild aus den Straßen vieler Städte. Von hier.

Und als allerletzten Schritt in Richtung "Perfektion" kann man natürlich gucken, ob es in der Nähe einen unverpackt-Laden gibt. In Hamburg gibt es Twelve Monkeys. In erster Linie werden dort vegane (abgepackte) Produkte verkauft. Einige "trockene" Lebensmittel wie Nudeln, Reis, Nüsse, Müsli und sogar Bruchschokolade kann man sich aber in mitgebrachte Gefäße abfüllen.


Was ich gelernt habe: Bei der Müllvermeidung beim Einkaufen kommt es viel auf Kommunikation an. Die VerkäuferInnen sind darauf eingestellt, immer eine Tüte mitzugeben. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass es in 99,9% der Fälle kein Problem ist, ohne Plastiktüten & Co. auszukommen.

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