3. Mai 2016

Ein Jahr ohne neue Kleidung - Gastbeitrag #2

Nachdem Laura im Januar geschrieben hat, wie und wo man mit Baby gebrauchte Sachen findet, kommt heute der zweite Gastbeitrag. Mein Kommilitone Johannes hat mir vor einiger Zeit erzählt, wie er es 2014 komplett ohne neue Klamotten und Schuhe geschafft hat. Die Geschichte finde ich so gut, dass ich ihn gebeten habe, sie für Euch aufzuschreiben.


Ende 2013 habe ich richtig Geld in die Hand genommen, um mir eine Winterjacke zu kaufen, die mehr als eine Saison hält. Als ich das Produkt einer bekannten schwedischen Outdoormarke in meinen Schrank hängte, stellte ich fest, dass ich 

a) noch nie so viel Geld für ein Kleidungsstück ausgegeben hatte,
b) erst mal sparen müsste, um mir wieder Kleidung kaufen zu können und 
c) mein Kleiderschrank nicht nur voll war, sondern auch so gut ausgestattet, dass ich alles besaß, was ich brauchte. 


Mit a) hatte ich kein Problem, weil ich mir ausrechnete die nächsten Winter kein Geld für Jacken mehr ausgeben zu müssen. Nach drei Wintern kann ich bestätigen, dass die Rechnung aufgegangen ist.  
Merke: Kaufe lieber wertig und wenig als billig und viel – wobei wertig oft mit teuer einhergeht, teuer aber nicht unbedingt wertig sein muss!

Aus b) und c) wurde mein Vorsatz für das Jahr 2014: Ein Jahr ohne neue Kleidung. Um es direkt vorwegzunehmen: Es hat (fast) geklappt. Die Motivation Geld zu sparen war dabei weniger ausschlaggebend, als viel mehr die Überzeugung, dass ich alles besaß, was ich brauchte. Es gab dann eine Ausnahme, die natürlich gebeichtet werden soll: Für einen Chorauftritt musste ein schwarzes Hemd her.  
Merke: Sobald du alles hast, musst du dir nichts mehr kaufen. Das spart Geld. 


An dieser Stelle könnte ich meinen Gastbeitrag beenden. Für alle, die es noch interessiert, nachfolgend mein Konsumbericht 2015. Es ist nämlich nicht so, dass ich nicht grundsätzlich gerne neue Kleidung kaufen würde. Und so habe ich mir 2015 auch durchaus das eine oder andere Stück gegönnt:

Februar: 1 Happy Sheep Wool Pullover der Marke knowledge cotton apparel, die ich jedem Mann ans Herz legen möchte. Dänisches Design, 100% organic und sehr haltbar. Zwar teuer, aber nun, ich hatte ja das ganze Jahr 2014 gespart. Ein Belohnungskauf also.

April: 1 Paar sehr edler Anzugschuhe. Rahmengenäht. Oxford. Sollte ich mal heiraten, werden dies meine Hochzeitsschuhe sein. Sehr teuer, halten dafür aber hoffentlich das ganze Leben. Das Geld dazu hatte ich schon zwei Jahre zuvor zum Bachelor bekommen, aber ich habe lange gesucht, bis ich gefunden habe, was mir vorschwebte.

Juni: Pfui! 1 schwarze Jeans von Clockhouse für 5€ im Supersondermegasale. Ich bin nach wie vor glücklich mit der Hose, aber unglücklich über den spontanen Kauf.

August: 1 Pullover von knowledge cotton apparel. 2nd Hand über Kleiderkreisel.de

September: 1 Paar rote Socken und 1 rote Fliege für eine Hochzeit. Beides habe ich vorher nicht besessen.

Oktober: 1 Regenjacke von Bergans. Im Sale zwar immer noch teuer, aber mit dem gleichen Gedanken gekauft, wie die Winterjacke zu Beginn dieses Blogeintrags.

Dezember: 1 Wollmütze von knowledge cotton apparel. Ich hatte bis dahin Ohrenschmerzen und besaß keine Mütze, die auf meinen großen Kopf passte. 

Johannes mit seinen Klamottenkäufen 2014/2015

Im Jahr 2016 stehe ich vor einer neuen Frage: Wo komme ich gut (im besten Fall fair und organic) und günstig an Basics, deren Verschleiß ich nicht leugnen kann und die deshalb bald mal ersetzt werden wollen: Boxershorts, Socken und T-Shirts. 2nd Hand
kommt für mich bei dieser ersten Kleidungsschicht nicht infrage. Ich werde deinen Blog weiter verfolgen und hoffe auf Antworten.


Lieber Johannes, die Antwort gebe ich gerne sofort! Ich habe selbst noch nicht viel Erfahrung mit dem Kauf von fair gehandelter und nachhaltig produzierter Kleidung (weil ich eben hauptsächlich Second Hand kaufe), aber ich kann das Argument mit der "ersten Kleidungsschicht" gut verstehen. Im Avocadostore gibt es mehr als 70.000 nachhaltige Produkte von über 1000 Öko-Labels (z.B. auch von Knowledge Cotton Apparel)
Oft höre ich übrigens den Satz: "Ich würde eigentlich gerne faire Klamotten kaufen, aber die sind immer so teuer." Klar, nachhaltige Mode, die unter fairen Bedingungen hergestellt wird, hat ihren Preis. Und das zu Recht, wie ich finde! Und wenn man die Preise mit denen einiger bekannter Marken vergleicht, kommt man fast auf's Gleiche raus. Bei Markenklamotten zahlt man den Namen und die Werbung mit, bei Öko-Labels bezahlt man für faire Löhne, nachhaltige Produktion (Umweltschutz), Langlebigkeit (Qualität) und Transparanz. 
 
Ich freue mich, dass Johannes seine Erfahrungen geteilt hat und bedanke mich herzlichst! :)

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